Der Tod ist gerade wieder sehr präsent in unserer Familie. Vor Weihnachten verstarb meine Schwiegermutter, die Mutter von Michael plötzlich. Am Ende kam es für mich doch überraschend, denn ich hatte kurz zuvor anlässlich ihres Geburtstages länger mit ihr telefoniert. Sie hatte keinen Lebenswillen mehr seit dem Tod von Michael, aber sie machte einen geistig fitten Eindruck. In den beiden letzten Telefonate mit ihr ging es auch um meine neue Beziehung bzw. mein Baby. Womit ich nie gerechnet hätte: Meine Schwiegermutter sagte, dass sie sich für mich freue. Sie selbst war seit 2009 verwitwet und meinte, alleine sein, sei einfach sehr traurig und ich würde es genau richtig machen. Außerdem sei ein Baby immer ein Grund zur Freude und für meinen Sohn sei es schön, noch jemanden an der Seite zu haben. Ich hatte damit gerechnet, sie würde mir eine Art „Verrat“ an ihrem Sohn vorwerfen, wie es andere getan haben, weil ich eben nach so kurzer Zeit wieder die Liebe gefunden habe und dann auch noch ein Kind bekommen habe. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Zur Beerdigung bin ich mit meinen beiden Kindern gefahren. Zuerst war ich unsicher, wegen meiner Tochter und der Familie meines Mannes. Letztlich hatte ich aber keine Wahl, denn ich stille noch, also musste ich sie mitnehmen. Was soll ich sagen? Ich fand, meine Tochter hat für schöne Momente in einer traurigen Situation gesorgt. Und mein Sohn war sehr stolz auf seine kleine Schwester. Auf der Rückfahrt im Zug hatte er sie auf seinem Schoß und wir haben über den zurückliegenden Tag gesprochen, während er sie küsste und umarmte.

Vor zwei Tagen starb nun auch unsere Katze Charly. Sie war 4,5 Jahre alt und fiel einfach tot um. Wahrscheinlich das Herz. Mein Sohn meinte, in unserem Haus würde viel gestorben. Hoffen wir, dass damit jetzt erst einmal Schluss ist.