Zur Zeit merke ich wieder, wie sehr mir Michael fehlt. Die Gespräche mit ihm, in den Arm nehmen, Musik hören. Auslöser war unser altes iPad, dass ich nach Jahren mal wieder in die Hand genommen habe.

Darauf war Musik von Michael, seine alten SMS an Freunde konnte ich teilweise lesen, Bilder sehen, die er mit dem iPad gemacht hatte. 

In drei Wochen kehre ich in meinen alten Beruf zurück. Mein Chef fragte mich vor zwei Tagen unter welchem Namen ich arbeiten werde. „Unter meinem neuen Namen“, habe ich gesagt. Es fühlt sich ein wenig wie ein Abschied von Michael an. 

Unser Sohn ist gerade mitten in der Pubertät. Ich frage mich derzeit oft, wie wohl Michael in dieser oder jener Situation entschieden hätte.

Ich bin sehr glücklich mit meinem Mann und den beiden Kindern. Aber zugleich auch voller Trauer um Michael. Unverändert.