Tochter und Sohn

Meine Tochter ist nun 5,5 Jahre alt. Sie ist mit Bildern und Geschichten meines verstorbenen Mannes Michael aufgewachsen. Seit einiger Zeit fragt sie immer wieder, warum sie Michael denn nicht kennengelernt hat. Ich versuche es ihr so zu erklären, dass sie sich nicht schlecht fühlt: „Michael war krank, er konnte nicht geheilt werden und ist deswegen gestorben. Durch Michaels Erkrankung habe ich aber deinen Papa getroffen. Und aus dieser schrecklichen Tragödie ist etwas Wunderschönes entstanden – Du, meine Tochter.“

Tatsächlich ist es so, dass meine Tochter ein Gespür dafür hat, wenn ich drohe, in traurigen Gedanken zu versinken. Sie beschäftigt und fordert mich, lenkt mich im entscheidenden Moment ab, nimmt mich in den Arm oder küsst mich.

Unser Sohn ist inzwischen ausgezogen und studiert in einer anderen Stadt. Er beginnt sein eigenes Leben zu leben und ich bin froh, dass er sich keine Sorgen um mich machen muss, weil ich eben nicht alleine bin. Er kann sich auf seine Themen konzentrieren. Mittlerweile ist er 1,86 m groß und wird seinem Papa immer ähnlicher, in der Optik und auch seine Stimme. Ich glaube, Michael ist sehr stolz auf ihn (ja, „ist“, denn ich bin fest überzeugt, dass Michaels Energie uns begleitet und immer wieder mal berührt). Mich erfüllt mein Sohn mit großem Stolz und mit großer Freude.

Dieses Jahr jährt sich Michaels Todestag zum 7. Mal. Ich denke, so lange schon. Ich denke, erst 7 Jahre.

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