Meine Trauer

Ich habe schon länger nicht mehr geschrieben. Oft ist es so, dass ich einen Blogeintrag anfange, dann werde ich entweder unterbrochen oder ich kann plötzlich nicht mehr weiterschreiben. Meine Entwürfe werden dann automatisch gespeichert. Den nachfolgenden Text habe ich im Juli 2015, also kurz nach Michaels Tod, geschrieben.

Gestern war wieder ein Treffen meiner Trauergruppe. Ich habe den Eindruck, dass ich irgendwie anders trauere. Einerseits trage ich viel Wut in mir. Was mich wütend macht, darüber habe ich ja schon geschrieben. Und andererseits empfinde ich vor allem Liebe und Dankbarkeit. Immer wenn ich an ihn denke.

Ich bin dankbar, dass ich ihn überhaupt kennenlernen durfte, dass ich immerhin 14 Jahre mit ihm verbringen konnte, dass wir einen gemeinsamen Sohn haben, dass wir so viele schöne Momente zusammen hatten. Wenn ich an meinen Mann denke, dann freue mich über die Zeit, die wir hatten. Egal wie kurz sie vielleicht am Ende war. Ich muss oft lächeln, wenn ich an ihn denke. Mir fallen Witze ein, die er gemacht hat. Er hat mich oft zum Lachen gebracht.

Ja, es wäre schön, wenn er noch bei mir wäre. Aber er ist tot und nichts wird das ändern. Ich möchte nicht zurückblicken und klagen, dass er nicht mehr da ist. Ich schaue nach vorne und versuche täglich das Leben so zu gestalten, dass er stolz auf mich wäre. Mein Mann hat gerne und intensiv gelebt.

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