Aus aktuellem Anlass

Ich habe diesen (dieses?) Blog hier kurz nach Michaels Tod angefangen. Es ging darum, meine wirren Gedanken ins Internet-Nirwana zu schreien. Irgendwann habe ich Rückmeldungen von anderen Witwen und Witwern bekommen oder von Menschen, die sich in eine Witwe/in einen Witwer verliebt hatten und unsicher im Umgang waren. Viele schrieben mir, dass mein Blog ihnen geholfen hätte. Das hat mich anfangs überrascht und dann sehr gefreut.

Ich habe ziemlich schnell nach Michaels Tod die erste Anfrage von einer Zeitschrift bekommen, ob ich nicht mit ihnen über meine Geschichte sprechen möchte. Danach folgten weitere Anfragen. Ich habe alle abgelehnt. Aus vielen Gründen.

Dann kam im Mai dieses Jahres wieder die Frage, ob ich nicht erzählen möchte, wie mein Leben nach Michaels Tod weiterging. Wieder habe ich zunächst abgelehnt. Die Vorstellung, mit Gesicht und vollem Namen in einer Zeitschrift zu stehen, hat mich zusätzlich abgeschreckt. Nachdem ich mit meiner Familie gesprochen hatte, habe ich meine Meinung aber geändert. Warum? Weil mir selbst die Geschichte von Stippi geholfen hat. Ich habe hier auf dem Blog schon darüber geschrieben. Diese Geschichte habe ich im Forum von http://www.verwitwet.de gelesen. Danach dachte ich: „Ok, das Leben kann vielleicht irgendwann auch mal wieder schön werden.“ Ich verspürte zum ersten Mal nach Michaels Tod so etwas wie Hoffnung und dieses Gefühl war unbeschreiblich. Wenn also meine Geschichte anderen Betroffenen auch Hoffnung geben oder Mut machen kann, dann bin ich bereit in die Öffentlichkeit zu gehen und alle Kommentare (schön und weniger schön) anzunehmen.

Hier ist der Beitrag aus dem September-Heft der Zeitschrift Chrismon zu lesen.

3 Gedanken zu “Aus aktuellem Anlass

  1. Liebe Miriam,
    ein mutiger Schritt und ein schöner Bericht. Mich erstaunt nur immer wieder, wieviele Menschen sich immer erheben müssen und den großen Werte-Hammer herausholen. Vor allem die, die keine Ahnung von dem haben, was einem passiert, wenn das liebste plötzlich weg ist. Manche Kommentare sind an Absurdität kaum zu überbieten.
    LG G(laufgurke)

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  2. Guapa

    Liebe Miriam,
    über diesen Artikel bin ich auf Deinen Blog aufmerksam geworden. Irgendein Nachbar hatte mir die Zeitschrift im meinen Briefkasten geschmissen. Sehr nett.
    Dem Beitrag von laufgurke stimme ich absolut zu.
    Wir die zurück bleiben müssen ins Leben zurück finden, für uns und wenn Kinder da sind für sie. Dabei hat jede(r) sein Tempo und seinen Weg. Ich freue mich für Dich / Euch, dass Ihr glücklich seid.
    LG
    Guapa

    Gefällt 1 Person

  3. Katta

    Hallo Miriam,
    ich finde Deinen Bericht bei chrismon sehr bereichernd, zeigt er doch, dass unsere Verstorbenen keine „Heiligen“ waren. Wer ist das schon.? Für die eigene innere Heilung, ist es m.E. total notwendig, unsere Verstorbenen und die Partnerschaft mit Ihnen, realistisch zu sehen . Leider kommt das Thema in diversen Foren und in der Trauerliteratur viel zu kurz bzw. wird totgeschwiegen. Am Anfang ist das mit Sicherheit nicht möglich, aber im Laufe der Zeit formt sich ein „Bild“.Ich wünsche Deiner Familie und Dir weiterhin alles Gute und Gesundheit! LG katta

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