Drei Monate

Heute vor drei Monaten starb mein Mann.

Ich habe durch Zufall heute Morgen wieder ein Bild in den Händen gehalten, das im Dezember 2014 auf unserer Petersilienhochzeit aufgenommen wurde. Vorne stehen mein Mann und ich, ich habe einen Petersilienkranz auf dem Kopf, mein Mann trägt ein Petersiliengesteck am Hemd. Wir prosten uns mit Champagner zu, im Hintergrund blitzen die Augen unseres lachenden Sohnes. Wir drei sehen alle sehr glücklich aus.

Während ich das Bild betrachtete schrieb mir mein Sohn parallel aus seinem Urlaub in Portugal eine SMS. Er hatte nachts von seinem Vater geträumt. Man konnte ihn wiederbeleben und alles würde langsam normal werden. Er schrieb, es sei der beste Traum gewesen, den er je hatte.

Ich weine. Ich weine um meinen geliebten Mann, meinen besten Freund, meine große Liebe. Ich weine um das glückliche Leben, das wir hatten und das nun vorbei ist. Ich weine um meinen Sohn, der seinen geliebten Papi verloren hat. Die beiden waren unglaublich eng, haben sehr viel gekuschelt und geschmust. Mein Sohn war bzw. ist ein Papi-Kind.

Ich habe oft gedacht, dass es besser gewesen wäre, wenn ich gestorben wäre. In vielerlei Hinsicht. Auch wenn solche Gedanken niemandem helfen. Das ist mir natürlich klar.

4 Gedanken zu “Drei Monate

  1. Ne, da hast du Recht, das hilft nicht.
    Dein Sohn wäre in der selben Situation (ein Elternteil verloren)
    und dann würde dein Mann um dich trauern,
    statt du um deinen Mann.

    Ich glaube der Gedanke hilft nicht mal dir – oder?

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      1. Richtig und deswegen hoffe ich für Dich,
        dass du Dich in dererlei Gedanken nicht verlierst,
        sondern die Fähigkeit hast, sie in so einer Situation spätestens mit
        diesem Aufschreiben, mit Mißachtung strafst 😉

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      2. Hm, ich noch einmal. Ich renne hier gerade so hausarbeiterledigend auf und ab und denke nochmal über deine Aussage nach. Gedanken müssten nicht immer hilfreich sein. Und da kommt mir der Gedanke:“Doch!“

        Gedanken sind hilfreich.
        Immer. Allerdings schätze ich, das diese Tatsache nicht auf jeden Mensche zutreffen kann.
        Selbstrefklektion, gesunder Verstand und bestimmt noch eine andere Dinge müssten wohl vorhanden sein, damit ein jeder seine Gedaken – egal wie schräg sie auch gerade sein mögen – positiv für sich nutzen kann.
        Vielleicht kam mir der Gedanken, weil ich immer einen Satz im Kopf habe. Und zwar:“Was ist das Gute am Schlechten?“
        Diese hinterfragende Satz biegt eigentlich ausnahmlos alles wieder hin.
        Bereitschaft vorausgesetzt.
        Das kleinste „Ja, aber…“ und schon wirkt er nicht mehr.

        Also ja, Gedanken sollten hilfreich sein und sind es.
        Nämlich um dann doch zu hinterfragen, warum man das gedacht hat und ob es korrekt ist, so etwas zu denken, etc etc…
        Also irgendwie ist dein Gedanken dann wohl doch zu etwas nutze

        Danke für diesen Gedankenaustausch 🙂
        Liebe Grüße
        Tanja

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